ANTIHETERONORMATIV

 

Das Konzept der (Anti-)Heteronormativität dient dazu, die gesellschaftliche Norm der Zweigeschlechtlichkeit im Wechselspiel mit Heterosexualität streng zu analysieren. Damit wird die biologische Annahme, dass es zwei Geschlechter gibt, die sexuell voneinander angezogen werden und deren Ziel es ist, in einer lebenslangen monogamen Beziehung zu leben, einer fundamentalen Kritik unterzogen. Heteronormativität ist ein Konstrukt, ein Konstrukt, das das Möglichkeitsfeld von Beziehung und Identität massiv begrenzt und von dem ein großer gesellschaftlicher Druck ausgeht. Dieser Druck verhindert, dass jede*r sich selbst erforscht kann, um einen Platz zu finden, in dem sich die einzelne Person wohl fühlt und . Die unsichtbaren Strukturen der Heteronormativität zwingen Mitglieder einer Gesellschaft sich den sozialen Rollen aufgrund ihres biologisch zugewiesenen Geschlechts einzuordnen. Durch diese Konzepte werden trans*, inter* und nicht-binäre* Personen ausgeschlossen und systemisch unterdrückt, sowie Beziehungs- und Familientypen, die nicht dem bürgerlichen Kleinfamilienmodell von Vater-Mutter-Kind entsprechen als abnormal und zu vermeidend abgestempelt. 

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Die hier beschriebenen Strukturen werden auf allen institutionellen Ebenen unreflektiert re-produziert und somit auch auf der Universität Wien. So kann etwa das Geschlecht auf u:space nicht selbst, sondern erst durch Bescheinigung eines Arztes verändert werden, abgesehen davon, dass nur zwei Geschlechter zur Auswahl stehen. Dies spricht sexuellle Selbstbestimmung ab. Menschen außerhalb der heteronormativen Bubble werden missverstanden und unsichtbar gemacht. Dies führt weiterhin dazu, dass trans* Menschen sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, um nicht aufgrund ihrer Identität diskriminiert zu werden. Vor allem im digitalen Raum, in denen sie permanent mit falschem, aber im System eingetragenen Namen und Geschlecht aufscheinen und angesprochen werden. 

Diesem heteronormativen Weltbild stellen wir uns quer und wirken mit aller Kraft entgegen. Antiheteronormativ zu agieren ist essentiell, um eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich jede*r (über-)leben und wohlfühlen kann. Damit gehen die Dekonstruktionen von destruktiven Stereotypen, binären Geschlechterrollen und das Aufbrechen der Geschlechter an sich einher. Geschlecht existiert in grenzenlosen Dimensionen, wo sich jede*r selbst verorten können sollte. Anitheteronormativ zu handeln bedeutet Menschen zu unterstützen, die sich der “Norm” quer stellen, während diese hinterfragt und dekonstruiert wird, um Möglichkeiten zuzulassen, die sich abseits eines analogen Geschlechterverständnis befinden. 

 

https://gender-glossar.de/h/item/55-heteronormativitaet

https://www.brigittetheissl.net/2011/05/was-bedeutet-heteronormativ/

https://en.wikipedia.org/wiki/Heteronormativity

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352154620300383