Barrierefreiheit

 

Das Distance Learning in den letzten drei Semestern stieß eine längst überfällige Veränderung an, die neue Möglichkeiten der Art des Studierens aufzeigte. Diese Möglichkeiten sollen mit dem Ende der Pandemie jedoch nicht ohne Spur wieder verschwinden. Es ist Zeit, dass Studieren zugänglicher und barrierefreier wird. Wir fordern verpflichtende Streams zu Vorlesungen, die Möglichkeit, bei imminenter Prüfungsangst Prüfungen weiterhin im Open Book Format zu absolvieren und proaktiv dafür zu sorgen, dass barrierefrei gearbeitet werden kann, sodass alle die Chance haben zu studieren.

Sprachen Modul statt Latein als Vorraussetzung

Verpflichtendes Latein als Voraussetzung im Geschichtestudium ist für viele Studierende, die sich vorwiegend mit Zeitgeschichte oder späte Neuzeit beschäftigen obsolet. Außerdem wird in vielen Schulen die Sprache nicht mehr unterrichtet, weswegen die aufwändige, aber im Endeffekt keine ECTS bringende Lateinprüfung für viele eine schwer zu überwindende Hürde ist. Deshalb fordern wir Bildung statt Voraussetzung: ein Sprachenmodul, in dem neben Latein auch andere Sprachen wählbar sind, die unterrichtet und zur Geschichtsforschung eingesetzt werden können. Wir plädieren für Ausbildung statt Voraussetzung!

Einfache Änderung des Geschlechts bei U:Space

Arbiträr für die Uni und den Studienverlauf hat das Geschlecht und die Selbstbestimmung darüber fundamental für einzelne Studierende. Derzeit kann der Geschlechtseintrag nur durch entsprechenden behördlichen Dokumenten geändert werden, die jahrelange, mühsame Prozesse vor sich ziehen. Wir fordern eine einfache, selbstständige Änderung des Geschlechts auf u:space, ohne langjährige amtliche Prozesse und mehr Autonomie für trans, inter und nicht-binären Personen!

Durchsetzung der Regeln für Geschlechtergerechte Sprache

 

"Alle Organe und Verwaltungseinrichtungen der Universität Wien bedienen sich in Reden, Aussendungen, Formularen und anderen an die Öffentlichkeit oder an die Universitätsangehörigen gerichteten Mitteilungen, wie zum Beispiel im Internet, einer geschlechtergerechten Sprache. Es sind die weibliche und männliche Form oder geschlechtsneutrale Bezeichnungen zu verwenden." (Quelle: Frauenförderungsplan, § 11 ) Immer noch findet man in offiziellen Veröffentlichungen der Uni Wien und vielen wissenschaftlichen Arbeiten Formulierungen wie „Im Folgenden sind beide Geschlechter mitgemeint“. Das ist inakzeptabel. Wir sind uns bewusst das Sprache Realität gestaltet und fordern daher eine lückenlose Durchsetzung des Frauenförderungsplanes und insbesondere der Regeln für Geschlechtergerechte Sprache.

Studiengebühren abschaffen

 

Es gibt die hartnäckige Idee, dass Studiengebühren zu einem beschleunigten Studienabschluss führen. So dienen quasi die Gebühren, die nach der Mindeststudienzeit plus Toleranzsemester zu zahlen sind, als Deadline. Für viele Student*innen ist es jedoch utopisch innerhalb dieses Zeitraumes abzuschließen. Meist weil mensch sich zur Studienbeihilfe etwas dazuverdienen muss und nicht die notwendige Zeit aufbringen kann. Somit treffen diese Belastungen wieder die Ärmsten im System und behindern sozialen Aufstieg während Wohlhabende unberührt bleiben. Wir fordern eine ersatzlose Streichung der Studiengebühren sowohl für EU-Bürger und Menschen aus 3. Ländern.

Grundstipendium für Studierende

 

Wie bereits angesprochen führen finanzielle Zwänge zu einer Verlängerung von Studien. Diesen Verzögerungen wird mit einem Sanktionssystem, den Studiengebühren, entgegengewirkt. Das führt zu einer weiteren Verschlechterung der Lebensbedingungen von finanziell schwachen Student*innen. Wir fordern daher ein allgemeines Stipendium für alle Studierenden, das zumindest innerhalb der Mindeststudienzeit die notwendigsten Bedürfnisse abdeckt. Mit dem Ziel die Studienzeit zu verkürzen, soziale Ungerechtigkeit abzufangen und Platz für außeruniversitäres Engagement zu schaffen.

Keine Zugangsbeschränkungen

 

Schon bislang gab es Empfehlungen in den Studienplänen, welche Zusätzlichen Wahlmodule oder Veranstaltungen vor Beginn eines Master-Studiums erledigt werden sollten. Mit der rasch ansteigenden Zahl der Studierenden im Master Zeitgeschichte und Medien erfüllt sich die gute Politik diesen Master, Absolvent*innen verschiedener Studienprogramme zugänglich zu machen. Aber zu viele Studierende in einem Master drücken aufs Budget und so wurden, mit Unterstützung des Rektorats, 2018 qualitative Zugangsregelungen beschlossen. Dies bedeutete, dass das neu eingeführte EC Zeitgeschichte und Medien verpflichtend zu absolvieren ist, bevor eine Zulassung möglich wäre. Damit dieser Zustand nicht Schule macht und Studierende des BA-Geschichte auch weiterhin zumindest alle Master im Angebot der SPL 7 besuchen können, setzen wir uns auch in Zukunft gegen jede Form der qualitativen oder quantitativen Zugangsbeschränkungen ein.

Gerechte Mitbestimmung durch die Drittelparität


Mitbestimmung funktioniert, in dem alle gleichberechtigt sind mitzuentscheiden? Leider nicht an der Universität Wien. Aktuell gibt es de facto nur mehr die Arbeitsgruppen zur Ausformulierung der Studienpläne, die zu gleichen Teilen aus dem Kreis der Professor*innen, der weiteren Lehrenden und den Studierenden beschickt werden. Alle anderen Gremien sind zumeist durch eine Mehrheit der Professor*innen dominiert und das finden wir sehr “19. Jahrhundert”. Nur wenn die Mitbestimmung auf Augenhöhe erfolgt, kann auch gewährleistet sein, dass die Interessen der Studierenden nicht unter den Tisch gekehrt werden. Das gilt für die Universität, aber auch für Interessensvertretungen in allen Bereichen der Gesellschaft.